Kritik: Metal4Ruhrpott
 
20.04.2013 | 00:00 Uhr << zurück

Klappe zu und zuhören wenn der Drummer singt!

Das Album “Atonement” beginnt mit einer Vorleserstimme begleitet von elektronischen Samples, hier kommt der Metal relativ kurz und dem Text kommt eine tiefgreifende Bedeutung zu. Worum es sich bei dem Text handelt, wissen nur PIT OF DOOM selbst am Besten. Ich vermute erstmal ganz kühn, dass es sich womöglich um Zitate aus dem gleichnamigen Buch von Ian McEwan handelt. Der Roman wurde als tiefenpsychologisches Meisterwerk betrachtet und es geht um Liebe und Trennung, Unschuld und Selbsterkenntnis, Treue und Verrat – Themen die geradezu prädestiniert für eine musikalische Bearbeitung sind. Soviel kann aber nur vermutet werden.

Weniger Vermutungen müssen derweil über PIT OF DOOM oder deren Musik angestellt werden – hier ist unüberhörbar, was gesagt werden soll. Mit dem Fortschreiten der Bandgeschichte wurde die Linie der Combo immer klarer und deutlicher hervorgearbeitet. Der Sound von “Atonement” groovt, drescht und peitscht – mitunter wird es sogar besinnlich. Hier finden Elemente aus früheren EPs ihren Weg auf den Silberling, es wird aber auch Platz für Neues eingeräumt. Kurz und prägnant: Grooviger Death Metal der um Core-Elemente nicht verlegen ist und rockt, was das Zeug hält. Ach ja, elektronische Samples hätten ruhig ein paar weniger benutzt werden können.

Mal ein Chor in “Common Nightmare”, doomige Elemente in “Ray Of Hope”, dann wieder ein Hardcore-Part oder eine minutenlange Instrumental-Session auf der Gitarre. Abwechslung schreiben die drei Oberhausener groß. Keine Melodie wird hier weichgespült oder geht unter, kein Tempowechsel verliert seine Funktion, PIT OF DOOM legen die Messlatte fürs Songwriting selbst schon gleich zu Anfang sehr hoch und behalten diese Qualität vom ersten bis zum letzten Ton des Albums bei. Besonders beim Song “Ingénue” zeigt Drummer und Sänger Fabian äußerst eindrucksvoll, dass ein Sänger eindeutig mehr kann als nur im Rampenlicht stehen und ein Drummer keineswegs die Person ist, die im Hintergrund auf dem Hocker schwitzt.

PIT OF DOOM beweisen mit diesem Album eindeutig, dass sie mehr können – und mehr meint eindeutig: Mehr von allem! Das muss man mögen.

Metal4Ruhrpott

 

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